Geplant: Hauptuntersuchung inklusive Probefahrt

Donnerstag den 10.11.2011

Morsche Leitungen, matte Scheinwerfer oder laienhaftes Flickwerk an der Karosserie: Die Sichtprüfung im Rahmen der Hauptuntersuchung bringt jede noch so kleine Schwachstelle ans Tageslicht und im schlimmsten Fall auf die Mängelliste. Daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern. Schließlich sollen nur verkehrstüchtige Fahrzeuge auf die Straße, um das Unfallrisiko aufgrund technischer Fehler so gering wie möglich zu halten. Gleichwohl stehen einige Änderungen auf dem Plan, wie der Technische Überwachungsverein (TÜV) Süd berichtet.

Passiert die Novelle der Straßenverkehrs-Zulassungsordnung (StVZO) im Februar kommenden Jahres den Bundesrat und tritt anschließend in Kraft, müssen Autofahrer künftig ein paar Minuten mehr Zeit mitbringen. Neufahrzeuge, die von diesem Zeitpunkt an zugelassen werden, kommen dann nicht nur auf die Hebebühne, sondern auch auf die Piste. Zusätzlich zur reinen Sichtprüfung sieht die Änderungsverordnung eine Probefahrt vor. Sprich: Die Prüfer machen sich optisch und praktisch ein Bild vom Fahrzeug. Wie sich die Fahrt auf den Bericht des TÜV auswirkt, bleibt abzuwarten.

Sollte es Mängel geben, werden sie wie gehabt schriftlich fixiert. Bislang wurde dabei zum Beispiel nur auf Fehler in der Beleuchtung hingewiesen. Künftig muss der genaue Grund der Beanstandung aufgeführt werden. Im genannten Fall etwa ein Defekt des hinteren linken Blinkers. Das macht es dem Halter leichter, die Mängel zu beheben, um im zweiten Anlauf die begehrte Plakette zu erhalten. Auch Werkstätten würden von dieser Neuerung profitieren, sagt der Technische Überwachungsverein. Die Mechaniker und Mechatroniker wüssten sofort, worum es im Mängelbericht geht.

Ebenfalls geplant: das Ende der Rückdatierung. Wer mit seinem Auto zwei oder drei Monate zu spät beim TÜV vorstellig wird, erhält die Plakette aktuell nicht für 24, sondern nur für 21 oder 22 Monate – je nachdem, wie lange man den Termin hinausgeschoben hat. Diese Praxis soll nach der Novelle der Vergangenheit angehören. Geht das Fahrzeug glatt durch die Prüfung, hat man wieder 24 Monate Zeit, ehe die nächste Hauptuntersuchung ansteht.