Kfz-Versicherung: Der Kampf der Giganten geht weiter

Mittwoch den 11.01.2012

2012 wird ein spannendes Jahr für die Sparte Kfz-Versicherung. Dafür sorgt alleine schon der brancheninterne Kampf der Giganten namens Allianz und HUK-Coburg.

Das Duell der beiden währt schon lange, hat in den vergangenen zwölf Monaten aber deutlich an Brisanz gewonnen. Nachdem die Allianz 2011 den Fehdehandschuh geworfen und angekündigt hatte, wieder die Marktführung übernehmen zu wollen (bezogen auf die Zahl versicherter Fahrzeuge), ging Anfang dieses Jahres der Vorstandsvorsitzende der HUK-Coburg, Werner Weiler, in die Vollen. Er erklärte in einem Interview mit der „Börsen Zeitung“, die Position als Nummer eins weiter ausbauen zu wollen.

Die offene Kampfansage lässt nur eine Vermutung zu: Der Konkurrenzkampf geht auch 2012 munter weiter und könnte, so die Prognosen einiger Versicherungsspezialisten, eine neue Preisschlacht auslösen. Lange hätte die Ruhe am Markt, der im vergangenen Jahr von höheren Beiträgen, einer neuen Rabattstaffel und vermehrten Hinweisen auf das Sonderkündigungsrecht bei der Kfz-Versicherung geprägt war, dann nicht gedauert. Zu behaupten, diese Entwicklung wäre abzusehen gewesen, scheint überheblich. Letztlich handelt es sich bei der Autoversicherung aber um den Markt, der seit jeher am stärksten umkämpft ist und so manchem Neueinsteiger das Genick gebrochen hat. Einige Unternehmen mussten das Handtuch werfen und Insolvenz anmelden, andere verkauften die Sparte.

Leichter wird es auch 2012 nicht, sich am Kfz-Versicherungsmarkt zu behaupten. Denn die Autoindustrie mischt ebenfalls mit und schaut bei den Verträgen weniger auf den Gewinn, sondern vielmehr auf die optimale Kundenbindung. Mit dem Auto wird gleich die Versicherungspolice verkauft und dafür gesorgt, dass die Werkstätten mit Wartungen und Reparaturen stets ausgelastet sind. Das macht sich bemerkbar und heizt den Kampf um Anteile weiter an. Darunter dürften vor allem die kleineren und mittleren Gesellschaften leiden. Sie müssen sich neu ausrichten, um nicht völlig unterzugehen. Das ist leichter gesagt als getan, denn insbesondere die HUK-Coburg, die 2010 die Marktführung von der Allianz übernommen hatte, arbeitet mit einzigartigen Strukturen, die sich nicht eins zu eins kopieren lassen.