Jecke Zeiten für Kfz-Versicherung und Polizei

Montag den 20.02.2012

An Altweiber geht das Karnevalstreiben in den meisten Regionen erst so richtig los. Dann feiern die Frauen. Sie bützen wildfremde Männer, sind mit teils wilden Kostümierungen unterwegs und lassen sich auch den einen oder anderen Schnaps schmecken. Hauptsache, sie setzen sich später nicht ans Steuer und fahren mit dem eigenen Auto nach Hause. Denn eines sollte man sich zu Karneval sparen: Den Ärger mit der Polizei, der nach einem Unfall auch ganz schnell in Stress mit der Kfz-Versicherung ausarten kann.

Dass zu Fasching ab und an einer über den Durst getrunken wird, wissen die Ordnungskräfte nur zu gut. Alkoholkontrollen gehören daher vor allem in den Abend- und frühen Morgenstunden zur Tagesordnung – nicht nur in den Karnevalshochburgen Köln, Düsseldorf und Mainz. Sollten die Beamten einen angeheiterten Clown oder einen sturzbesoffenen Cowboy anhalten, hätten die Jecken die Narrenkappe verdient. Denn inzwischen sollte jedem klar sein, dass Alkohol am Steuer tabu ist.

Diese Erkenntnis setzt – zusammen mit der Ernüchterung – bei vielen erst ein, wenn es kracht. Dann will neben der Polizei auch die Kfz-Versicherung wissen, wie hoch der Promillewert ist. Denn sollte der Unfall respektive Schaden alkoholbedingt sein, gibt es in der Regel keinen Cent oder wird die Leistung massiv gekürzt. Das gilt in erster Linie für die Kaskoversicherung. Die Kfz-Haftpflichtversicherung zahlt die Schäden, die Dritten zugefügt wurden, zwar unabhängig von den Umständen, hält später aber die Hand beim Versicherungsnehmer auf und fordert Regress von bis zu 5.000 Euro.

Teuer kann es auch werden, wenn nicht Alkohol, sondern die falsche Verkleidung im Spiel ist. Falsch in dem Sinne, dass sie die Fahrtüchtigkeit behindert. Das gilt unter anderem, wenn Gummimasken oder allzu zottelige Perücken das Sichtfeld einschränken oder das Hörvermögen leidet, weil die Ohren komplett verdeckt sind. Die Polizei achtet darauf, dass niemand im Blindflug unterwegs ist, wenngleich die Kostümierung eher selten Anlass für ein Bußgeld bietet. Fällig sind dann zehn Euro. Anders verhält es sich, wenn die Verkleidung als Ursache für einen Unfall ausgemacht wird. In dem Fall meldet sich auch die Kfz-Versicherung wieder zu Wort und muss damit gerechnet werden, dass die Assekuranz den Schaden quotiert.