Gebrauchte Ersatzteile: Sparpotenzial für die Kfz-Versicherung

Freitag den 24.02.2012

Scheu vor gebrauchten Ersatzteilen haben die deutschen Autofahrer offenbar nicht. Laut der repräsentativen Studie „Werkstatt-Services aus Sicht des Fahrzeughalters“, erstellt von der Management- und Organisationsberatung hnw consulting in Zusammenarbeit mit dem IMWF Institut für Management- und Wirtschaftsforschung, wäre fast jeder Zweite bereit, selbst verschuldete Schäden mit gebrauchten Teilen reparieren zu lassen. Das könnte sich, wenn die Versicherungswirtschaft darauf reagiert, durchaus positiv auf die Beiträge für die Kfz-Versicherung auswirken – schließlich sind fabrikneue Ersatzteile deutlich teurer.

Differenziert man die Studienergebnisse, zeigt sich, dass Frauen und Männer weitgehend auf einer Wellenlinie sind. Bei den Herren würden 49 Prozent Gebrauchtteile akzeptieren, bei den Damen 46 Prozent. Ganz anders sieht es aus, wenn nach Fahrzeugmarken sortiert wird. Am größten ist die Bereitschaft bei Besitzern eines Renault (59 Prozent) oder Ford (53 Prozent). Ein wenig überraschend, selbst für die Macher der Studie: Die Quote bei den Fahrern eines BMW, einer sogenannten Premium-Marke, liegt bei 54 Prozent. Zurückhaltender zeigen sich Audi-Fahrer (43 Prozent) und die Halter eines Mercedes-Benz (39 Prozent). Auch bei Volkswagen und Opel überwiegt die Skepsis.

Die grundsätzliche Bereitschaft, auf neue Bauteile zu verzichten, und stattdessen gebrauchte, nicht sicherheitsrelevante Ersatzteile verbauen zu lassen, birgt ein enormes Sparpotenzial. Die Materialkosten bei einer Reparatur würden um rund 40 Prozent niedriger ausfallen. Diesen Umstand könnten sich viele Assekuranzen in der Sparte Kfz-Versicherung zunutze machen und entsprechende Ersatzteilmodelle anbieten. Das Fazit von Carsten Nyhuis, Partner in der hnw consulting GmbH: „Die überraschend hohe Aufgeschlossenheit der deutschen Autobesitzer gegenüber gebrauchten Ersatzteilen, sogar unter Fahrern einer Premiummarke wie BMW, zeigt, dass hier für Versicherer bislang nicht ausgeschöpfte Potenziale liegen, etwa für eine differenzierte Tarifgestaltung.“