Neue Regeln für das H-Kennzeichen

Donnerstag den 15.03.2012

Vom 22. bis zum 25. März findet in Stuttgart die Oldtimer-Messe Retro-Classics statt. Ein Thema, über das die Experten ganz gewiss sprechen werden und das beim TÜV-Süd ganz oben auf der Liste steht, sind die neuen Richtlinien für das H-Kennzeichen. Mit diesem Nummernschild dürfen sich nur Fahrzeuge zieren, die mindestens 30 Jahre auf dem Buckel haben. Werden alle Voraussetzungen erfüllt, profitieren die Senioren unter den Autos von einer günstigeren Steuer und speziellen Oldtimer-Versicherungen.

Die grundlegenden Eckdaten, die ein Fahrzeug aufweisen muss, um als Oldtimer eingestuft zu werden, haben sich nicht verändert. Der Wagen muss 30 oder mehr Jahre alt sein und die Hauptuntersuchung bestanden haben. Darüber hinaus fordert der Gesetzgeber originales oder zumindest zeitgenössisches Interieur. Überarbeitet wurden die Vorgaben für den Motor. Hier gelten vier Optionen: Entweder handelt es sich um den Originalmotor, einen Motor aus derselben Baureihe, einen mindestens 30 Jahre alten Motor oder aber um einen Motor, der innerhalb der ersten zehn Jahre nachgerüstet wurde.

Ähnlich verhält es sich bei Umbauten. Hier greift nach wie vor die 30-Jahres-Regel oder der Umbau erfolgte in den ersten zehn Jahren. Damit ergibt sich für einige Besitzer älterer Fahrzeuge ein Problem: Selbst wenn das Auto schon drei Jahrzehnte auf der Straße hinter sich hat, müssen sie im schlimmsten Fall zehn Jahre auf das H-Kennzeichen und die spezielle Kfz-Versicherung für Oldtimer warten, weil ein Umbau noch nicht der gesetzlichen Norm entspricht. Der TÜV rät daher, sich vor der H-Zulassung an einen Gutachter zu wenden.

Wie die Experten das Fahrzeug bewerten, war bislang klar vorgegeben. Es gab fünf Stufen: makellos, gut, gebraucht, verbraucht und restaurationsbedürftig. Dieses System wurde im November gekippt. Jetzt ein reicht ein guter Pflege-und Erhaltungszustand, um den heiß begehrten Bescheid zu erhalten – immer vorausgesetzt, die übrigen Bedingungen zum Motor, zur Einrichtung und den Umbauten werden erfüllt. Matthias Gerst, Experte beim TÜV Süd erklärt dazu: „Guter Erhaltungszustand – das kann man durchaus als Note zwei (gut) der alten Regel auslegen. So gesehen ist die neue Vorgabe sogar strenger. Denn bei der alten Richtlinie hat schon die Note drei, also gebrauchter Zustand, für das H-Kennzeichen ausgereicht.“