Kfz-Brandstiftung: Was zahlt die Kfz-Versicherung?

Donnerstag den 22.03.2012

2009 legten Brandstifter in der Bundesrepublik rund 500 Autos in Schutt und Asche. Diese Zahl dürfte in den vergangenen Jahren deutlich angestiegen sein. Betroffen sind insbesondere die Großstädte mit ihren Brennpunkten. Ob nun Sozialneid, Langeweile oder ein „politisches Statement“ hinter den Anschlägen steckt, ist den Betroffenen völlig egal. Sie interessiert vielmehr: Wer bezahlt die Zeche? Die Kfz-Versicherung, der Verursacher – sofern die Polizei ihn oder sie dingfest machen kann – oder aber muss schlimmstenfalls das Sparschwein dran glauben?

Diese Frage stellten sich die deutschen Autofahrer schon vor drei Jahren. Die Antwort lautet damals wie heute: Glücklich schätzen kann sich, wer zumindest eine Teilkaskoversicherung für sein Auto abgeschlossen hat. Sie kommt für Brandschäden auf. Das gilt selbst dann, wenn es sich um Brandstiftung und damit im weitesten Sinne um Vandalismus handelt, der normalerweise nur über eine Vollkaskoversicherung abgedeckt ist. Laut Alois Schnitzer von der HUK-Coburg müssen sich die Besitzer der Karossen auch bei Krawallen, denen gleich mehrere Fahrzeuge zum Opfer fallen, keine Gedanken machen. Es gibt nur eine Ausnahme: Der Vorfall wird als „innere Unruhe“ eingestuft. In dem Fall hilft auch die Teilkaskoversicherung nichts.

Doch wie sollte man reagieren, wenn das eigene Auto in Flammen stand? Die Polizei wird den Vorfall ganz sicher aufnehmen, zumal es sich nicht um ein Kavaliersdelikt, sondern laut Gesetz um eine „gemeingefährliche Straftat“ handelt, die mit bis zu zehn Jahren Haft hat geahndet wird. Nachdem man sich ein wenig beruhigt hat, gilt es, umgehend die Kfz-Versicherung zu informieren. Idealerweise macht man ein paar Fotos vom Wrack und dem Umfeld. Abhängig vom Schadensbild erstattet die Assekuranz die Reparaturkosten oder den Wiederbeschaffungswert. Von diesem Betrag werden ein möglicher Selbstbehalt und der Restwert abgezogen. Bei Neuwagen fährt man daher besser, wenn eine möglichst lange Neupreisentschädigung vereinbart wird.