Urteil zum neuen Schadenmanagement-Modell der Allianz

Freitag den 4.05.2012

Niederlage für die Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht des Deutschen Anwaltsvereins (DAV): Die Juristen hatten der Allianz unlauteren Wettbewerb vorgeworfen und gegen ein neues Tarifmodell der Kfz-Versicherung geklagt – ohne Erfolg. Das Landgericht München entschied jetzt zugunsten der Assekuranz, die auch weiterhin ihr Produkt „Fairplay“ anbieten darf.

Das Regulierungsmodell hatte für einigen Wirbel gesorgt, insbesondere bei Verkehrsrechtsanwälten. Der Kfz-Versicherer verspricht seinen Kunden eine schnellere Bearbeitung von Schadensfällen, wenn sie weder einen Gutachter noch einen Anwalt einschalten. Dazu wurden Verträge mit rund 4.800 Werkstätten abgeschlossen, die eine zügige und vor allem günstige Abwicklung gewährleisten sollen. Der DAV mahnte vor Nachteilen für die Kunden, sah aber auch das Wettbewerbsrecht gefährdet, weil freie Anwälte durch die Tarifoption gewissermaßen vom Markt gedrängt werden und die freie Wahl des Anwalts beschnitten wird.

Dieser Einschätzung wollten die Richter in München nicht folgen. Sie sehen in dem Tarifmodell der Kfz-Versicherung keinen Ausschuss freier Verkehrsanwälte. Während der DAV noch schweigt, sieht sich die Allianz bestätigt. Eine Sprecherin erklärte, die Vorwürfe des Anwaltsvereins seien mit dem Urteil vollständig widerlegt worden. Zudem bestätige die Schadenstatistik des Unternehmens, dass es seit der Einführung des neuen Systems nicht weniger Kfz-Schadensfälle mit Beratung durch einen Anwalt gegeben habe als vorher. Jetzt bleibt abzuwarten, wie die Richter im Fall der HUK-Coburg entscheiden. Dem Branchenprimus wird ebenfalls vorgeworfen, durch Vergünstigungen die freie Anwaltswahl zu beschneiden.