Die Grenzen der Kaskoversicherung

Donnerstag den 14.06.2012

Langfinger schielen meist nicht aufs Auto, sondern auf den Inhalt. Wenn auf der Rückbank ein Notebook liegt, in der Handyhalterung ein modernes Smartphone steckt und auf dem Beifahrersitz das Navigationsgerät zurückgelassen wurde, kommt das für Einbrecher einer Einladung gleich. Sie benötigen meist nur wenige Sekunden, um die Tür zu öffnen oder auf abgelegenen Parkplätzen die Scheibe einzuschlagen, und bedienen sich dann. Für die Besitzer sicherlich ein Schock. Geld von der Kfz-Kaskoversicherung dürfen sie allerdings nicht erwarten.

Diebstahl gehört im Rahmen der Teilkaskoversicherung zwar zu den versicherten Risiken, bezieht sich aber nicht auf Gegenstände oder Wertsachen, die im Auto liegen. Entscheidend ist, erklärt die Gothaer Kfz-Versicherung, dass es sich – so die üblichen Versicherungsbedingungen – um „im Fahrzeug verbaute, unter Verschluss verwahrte oder am Fahrzeug befestige Fahrzeugteile“ handelt. Bisweilen deckt die Police auch Zubehör ab, sofern es für den Straßenverkehr zugelassen ist und für den Gebrauch des Fahrzeugs bestimmt ist.

Armin Eckert von der Gothaer nennt ein klassisches Beispiel, wann ein Versicherungsfall vorliegt: „Sollte ein Einbrecher Gefallen am Lenkrad finden, es ausbauen und mitnehmen, wäre das ein Fall für die Kaskoversicherung.“ Wird die Tür allerdings aufgebrochen, um ein Notebook zu stehlen, gehe der Kunde leer aus. Die Frage, ob die Assekuranz zumindest die Einbruchsschäden am Fahrzeug übernimmt, sei rechtlich umstritten. Letztlich komme es darauf an, ob der Kunde eine Teil- oder eine Vollkaskoversicherung abgeschlossen hat.

Unter Umständen ist auch noch eine weitere Police von Bedeutung: die Hausratversicherung. In einigen Tarifen ist der „Diebstahl aus verschlossenen Kfz“ inkludiert, meist allerdings nur bis zu einer eher knapp bemessenen Höchstsumme. Oder es greift die sogenannte Außenversicherung. Das setzt jedoch voraus, dass der Wagen in einem geschützten Raum – zum Beispiel einem gesicherten Parkhaus – stand und kein wertvoller Hausrat sichtbar im Auto lag. Die Gothaer rät daher, das Fahrzeug nicht als Tresor zu betrachten, sondern alle Wertgegenstände grundsätzlich mitzunehmen.