Glasschaden-Betrug zulasten der Kfz-Versicherung

Donnerstag den 26.07.2012

Wer sein altes Auto nicht beim Händler in Zahlung gibt, bringt es zum Schrottplatz, inseriert es in der Tageszeitung oder nutzt das Internet, um eine größere Zahl potenzieller Käufer anzusprechen. Doch gerade der Verkauf über Onlineportale birgt einige Gefahren. Insbesondere bei den Fotos sollte man Vorsicht walten lassen, rät die DEVK Autoversicherung.

Die meisten Besitzer sind bemüht, mit vielen Bildern die Werbetrommel für ihr Fahrzeug zu rühren. Dagegen ist auch nichts einzuwenden. Schließlich erlauben die Fotos Interessenten, sich im wahrsten Sinne des Wortes ein Bild vom Wagen zu machen. Bevor die Fotos online gestellt werden, sollte jedoch penibel darauf geachtet werden, dass das Nummernschild nicht zu erkennen ist. Entweder man schraubt es ab, verhängt es mit einem Tuch oder nutzt ein Bildprogramm, um die Buchstaben-Ziffernfolge zu schwärzen bzw. mit ein paar virtuellen Pinselstrichen zu verdecken.

Warum dieser Aufwand? Betrüger halten im Internet gezielt Ausschau nach Verkaufsangeboten, bei denen das Kennzeichen gut lesbar und in voller Länge abgebildet ist. Daraufhin rufen sie den Verkäufer an, melden Interesse am Fahrzeug an und erkundigen sich ganz nebenbei, bei welcher Kfz-Versicherung der Wagen aktuell unter Vertrag ist. Diese Information ist für die Täter bares Geld wert – sofern sie nicht auffliegen. Statt das Auto zu erwerben, reichen sie bei der Assekuranz des Verkäufers eine fingierte Rechnung über einen Glasschaden ein. Meistens gaukeln sie dabei einen Frontscheibenaustausch vor.

Die Halter bekommen davon oft nichts mit. „Die DEVK informiert ihre Kunden daher generell, sobald sie einen Kfz-Schaden abschließend reguliert hat“, heißt es in der Pressemitteilung. Auf diese Weise würden Betrüger sehr schnell entlarvt, während anderen Assekuranzen ein Millionenschaden entsteht. Insgesamt gibt die Branche weit über eine Milliarde Euro für Glasschäden aus. Einige Unternehmen spielen daher mit dem Gedanken, ihre Leistung in diesem Bereich der Kaskoversicherung zurückzufahren.