Regionalklassen: Für viele ändert sich nichts

Dienstag den 28.08.2012

Vor knapp zwei Wochen hat der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) die neue Regionalstatistik für die Kfz-Versicherung vorgelegt. Seither wird – wie schon in den vergangenen Jahren – eifrig darüber diskutiert, wer günstiger fährt, und ein wenig über die geschmunzelt, die sich nach wie vor am Ende der Liste befinden. Dabei hat sich gar nicht so viel geändert, zumindest nicht im Bundesschnitt. In der Kfz-Haftpflichtversicherung wurden nur 30 Prozent der Fahrzeuge in eine neue Klasse eingestuft, in der Vollkasko 18 Prozent und in der Teilkasko 22 Prozent.

Der GDV selbst konzentriert sich in seiner Pressemitteilung zu den Regionalklassen weitgehend auf die Landeshauptstädte. Schwerin mit Klasse 1 bei der Haftpflicht ist demnach das günstigste Pflaster. Bremen und Kiel sind mit Regionalkasse 3 ebenfalls gut bedient, wohingegen die Autohalter in München, Hamburg und Berlin mit einer „12“ deutlich tiefer in die Tasche greifen müssen.

Die Bilanz der Versicherungswirtschaft zeigt insgesamt ein recht deutliches Süd-Ost-Gefälle. Gewinner ist übrigens Emden, das sich von Platz 15 auf Rang fünf vorgearbeitet hat. Daun (Rheinland-Pfalz), schaffte es gar, sich um zwei Regionalklassen zu verbessern. Die teuersten Regionen in puncto Kfz-Haftpflichtversicherung sind Kaufbeuren, Augsburg und Wiesbaden, bei der Vollkasko sind es das Ostallgäu und Garmisch-Partenkirchen, in der Teilkasko das Ostallgäu und Rottal/Inn.

Einfluss darauf, welche Regionalklasse festgelegt wird, haben viele Faktoren, allen voran die Unfallbilanzen. Hinzu kommen das Fahrverhalten, die Zahl der zugelassenen Fahrzeuge, die Straßen- und Witterungsverhältnisse sowie im Bereich Kasko die Zahl der Diebstähle, Wildunfälle, Sturm- und Hagelschäden. Städte, die in den vergangenen Jahren immer wieder eine recht hohe Einstufung erfahren haben, sind verständlicherweise bemüht, die Verkehrssicherheit zu erhöhen und Gefahrenschwerpunkte zu entschärfen. Die Umsetzung der Maßnahmen dauert aber seine Zeit, ehe sie Früchte trägt und sich dann irgendwann auf die Regionalkasse auswirkt. Kontrolliert werden können die eigenen Klassen auf: http://www.gdv.de/regionalklassen-abfrage/