Aufpassen bei der Werkstattbindung

Donnerstag den 24.01.2013

Mit der Werkstattbindung haben die Kfz-Versicherer in den vergangenen Jahren eine neue Option geschaffen, die ein paar Prozente auf die Teil- und/oder Vollkaskoversicherung verspricht. Dafür verpflichtet sich der Kunde, den Wagen bei einem Schaden nur in der Partnerwerkstatt der Assekuranz reparieren zu lassen. Dadurch sparen nicht nur die Kunden, sondern auch die Kfz-Versicherungen. Sie verhandeln mit den Kooperationspartnern den Preis und können dabei aufgrund ihrer exponierten Stellung ein wenig Druck ausüben. Kurzum: Die Schadenabwicklung soll gut, aber auch günstig sein.

Die Schleswig-Holsteinische Rechtsanwaltskammer rät nun, sich die Bedingungen für die Werkstattbindung ganz genau anzusehen. Im schlimmsten Fall gefährde die Vereinbarung Zusatzgarantien, die für das Fahrzeug gegeben wurden und die in der Regel ebenfalls an Vertragswerkstätten gebunden sind. Das gilt zum Beispiel für Fahrzeug, die geleast oder finanziert wurden. Der Leasinggeber schreibt in dem Fall vor, wo der Wagen gewartet und repariert werden muss. Kollidieren diese Vorgaben mit den Vorschriften der Werkstattbindung, kann der Leasingvertrag fristlos gekündigt werden.

Hinzu kommt ein weiteres Problem: Wer im Urlaub in die Werkstatt muss, hat unter Umständen Pech und findet keinen Reparaturbetrieb, der mit der Kfz-Versicherung kooperiert. Laut Rechtsanwaltskammer müsse dann unter Umständen mit einer höheren Selbstbeteiligung gerechnet werden. Ob ein Nachlass von bis zu 20 Prozent diese Schwachpunkte ausgleicht, muss jeder für sich entscheiden. Wichtig wäre nur, sich vorab zu informieren, mit welchen Unternehmen die Kfz-Versicherung zusammenarbeitet. Denn die meisten Autofahrer haben eine Werkstatt, der sie vertrauen, und tun sich mit einem Wechsel entsprechend schwer.