Das Wechselkennzeichen lahmt

Dienstag den 29.01.2013

Das Wechselkennzeichen gehörte 2012 zu den Top-Themen im Kfz-Bereich. Nach der Einführung im Juli 2012 verging kaum ein Tag, an dem nicht über das Novum berichtet oder geschimpft wurde. Diejenigen, die tagtäglich mit den Schildern zu tun haben, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Zulassungsstellen, zeigten sich seinerzeit eher skeptisch und räumten dem Wechselkennzeichen wenig Chancen ein. Sie sollten weitgehend recht behalten.

Die Hoffnung, dass mehr umweltfreundliche Fahrzeuge zugelassen und als Zweitwagen genutzt werden, hat sich bislang jedenfalls nicht erfüllt. Das lässt sich anhand der Zahlen ablesen, die zuletzt von einigen Straßenverkehrsämtern und Zulassungsstellen präsentiert wurden. Im Ennepe-Ruhr-Kreis wurde das Wechselkennzeichen zum Beispiel kaum nachgefragt. Das gleiche Bild zeichnet sich auch anderenorts ab. Von einem Erfolg kann beim Wechselkennzeichen also (noch) keine Rede sein. Viel interessanter scheinen derzeit Kennzeichen zu sein, die wieder aus der Versenkung geholt wurden. Etwa „WIT“ für Witten, das jetzt schon an weit über 2.000 Fahrzeugen prangt.

Dass es mit dem Wechselkennzeichen nicht so recht klappen will, hat mehrere hinlänglich bekannte Gründe. Zum einen wurde das Sparpotenzial merklich gekürzt und damit ein entscheidender Vorteil aus dem Spiel genommen. Statt wie ursprünglich vorgesehen nur für ein Auto Steuern zahlen zu müssen, fällt die Kfz-Steuer nach wie vor für jedes Fahrzeug an. Zum anderen halten sich auch die Assekuranzen ein wenig zurück. Längst nicht alle Unternehmen bieten eine günstigere Kfz-Versicherung an, nur weil der Kunde das zweiteilige Kennzeichen nutzt. Wer sich für das Wechselkennzeichen entschieden hat, dem bleibt derzeit nur ein Autoversicherungsvergleich, um zu testen, bei welcher Gesellschaft spezielle Tarife erhältlich sind.

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