Positive Aussichten für die Kfz-Versicherer

Donnerstag den 21.03.2013

Für die deutschen Autoversicherer geht es bergauf. Eine Studie der Hannover Rück sagt für 2013 nach vielen Jahren erstmals wieder schwarze Zahlen voraus, sprich: Die Schaden-Kosten-Quote sackt unter die magische Grenze von 100 Prozent. Bislang lag der Wert immer darüber und mussten die Unternehmen bisweilen deutlich mehr Geld für Schäden und laufende Kosten ausgeben, als sie an Beiträgen eingenommen haben. Das war einer der Gründe, weshalb die Prämien in den vergangenen Jahren sukzessive wieder angehoben wurden.

Michael Pickel vom weltweit drittgrößten Rückversicherer verkündigte die frohe Botschaft im Rahmen einer Fachkonferenz: „2013 wird das erste versicherungstechnisch positive Jahr seit 2007 werden.“ Versicherungstechnisch heißt, dass es ausschließlich um das Verhältnis der Kosten zu den Einnahmen geht. Lagen die Ausgaben 2011 noch 1,6 Milliarden Euro und 2012 knapp 260 Millionen Euro über dem Prämienaufkommen, sieht die Hannover Rück für 2013 die Kehrtwende.

Dass die Kfz-Versicherer zuvor nicht die Segel streichen mussten, liegt daran, dass sie sich betriebswirtschaftlich durchaus im grünen Bereich bewegten. Dafür sorgten die Schadenreserven der Unternehmen, die unter anderem für Großschäden vorgehalten werden müssen. Mit diesen Rücklagen erwirtschaften die Assekuranzen Kapitalerträge, die in den Bilanzen ein ausgeglichenes oder sogar positives Bild zeichneten. Als problematisch erweisen sich dabei allerdings zusehends die niedrigen Zinsen. Auch deshalb sind die Versicherer bemüht, die Beiträge auf einem höheren Level zu halten.

Tariferhöhungen habe es, so Michael Pickel, im Neu- und Ersatzgeschäft gegeben. Für die 59,7 Millionen Fahrzeuge und Anhänger seien im vorigen Jahr rund 21,9 Milliarden Euro an Prämien eingenommen worden. Dieser Trend setze sich fort: „Die Tariferhöhungen für 2013 liegen marktweit bei mehr als sieben Prozent.“ Der Experte informierte zudem über die aktuellen Zahlen der Branche. Die HUK-Coburg ist mit einem Marktanteil von 16 Prozent nach wie vor Klassenbester, gefolgt von der Allianz (14,1 Prozent).