Wechselkennzeichen: Es lohnt sich nicht!

Montag den 6.05.2013

Jahrelang wurde über die Einführung des Wechselkennzeichens in der Bundesrepublik debattiert. Fürsprecher wie der Allgemeine Deutsche Automobilclub (ADAC) erarbeiteten eigene Ideen. Letztlich blieb von all dem nur ein Fragment, als im Juli 2012 endlich der Startschuss fiel. Das Interesse hält sich seither in Grenzen. Erwartet wurden 54.000 Kunden pro Jahr. In der Zeit von Juli bis Dezember 2012 waren es laut Zulassungsstatistik des Kraftfahrtbundesamtes allerdings nur 2.115 Autofahrer, die nach dem Wechselkennzeichen fragten. Dass in den kommenden Jahren ein Boom folgen wird, ist eher unwahrscheinlich.

Denn die Vorzüge, mit denen Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) einst für das neue Kennzeichenmodell warb, wurden beinahe komplett eingedampft. Statt Steuern zu sparen, muss auch weiterhin für jedes Fahrzeug gelöhnt werden. Darauf beharrt das Bundesfinanzministerium. Auch die Anmeldung wird je Auto, Wohnmobil bzw. Motorrad berechnet. Blieb eigentlich nur die Hoffnung darauf, dass die Kfz-Versicherung günstiger werden könnte. Auch diesbezüglich wurden die Verbraucher enttäuscht, weil längst nicht alle Assekuranzen an diesem Strick ziehen. Autofahrer, die mit Wechselkennzeichen fahren, müssen schon ein wenig suchen, um für ihre Entscheidung mit einem Rabatt belohnt zu werden.

Nach knapp einem Jahr Wechselkennzeichen bleibt ein eher fader Beigeschmack. 20 Millionen Euro Kosten, insbesondere für die Umstellung und Aufrüstung in den Zulassungsstellen, stehen einer minimalen Nachfrage gegenüber. Vom Erfolgsmodell in der Schweiz, wo knapp zehn Prozent der Fahrzeugbesitzer mit einem auswechselbaren Nummernschild unterwegs sind, ist man hierzulande noch weit entfernt. Ohne die Anreize, die einst im Gespräch waren, wird es auch dabei bleiben. Denn warum sollte man sich einschränken – es darf immer nur ein Fahrzeug am Straßenverkehr teilnehmen – wenn es sich finanziell nicht lohnt?