Fahrerkreis: Ehrlich währt am längsten

Montag den 29.07.2013

Eine der vielen Optionen bei der Kfz-Versicherung besteht darin, den Fahrerkreis einzuschränken. Das geschieht aus Kostengründen. Denn je weniger Personen ans Steuer dürfen, desto günstiger wird die Police. Doch was passiert, wenn jemand, der nicht im Vertrag genannt wird, einen Unfall verursacht? Ganz einfach: „Schäden werden voll bezahlt“, so Kathrin Jarosch vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Allerdings hat die Sache einen Haken. Es drohen Nachzahlungen, eine Beitragserhöhung und gegebenenfalls sogar eine Vertragsstrafe.

Um die Zusammenhänge zu verstehen, muss man einen Blick auf die Beitragsberechnung werfen. Sie erfolgt anhand mehrerer Kriterien, wobei die Risikoeinschätzung bezüglich der Fahrerinnen und Fahrer eine tragende Rolle spielt. Führerscheinneulinge und ältere Personen gelten gemeinhin als Risikogruppen, weil sie – statistisch gesehen – häufiger in Schäden verwickelt sind und die Kfz-Versicherung entsprechend öfter zahlen muss. Das wirkt sich direkt auf den Beitrag aus. Entscheidend sind in der Regel das Geschlecht, das Alter und die Dauer des Führerscheinbesitzes.

Wenn nun Mann und Frau das Auto gleichermaßen nutzen und bei Vertragsabschluss als Fahrer genannt werden, geht es nur um das Risikopotenzial von zwei Personen. Nutzt irgendwann auch die Tochter oder der Sohn das Fahrzeug, wird der Beitrag neu berechnet und aller Wahrscheinlichkeit nach angehoben. Immer vorausgesetzt, der Versicherungsnehmer informiert die Assekuranz darüber, dass jetzt auch der Nachwuchs zum Fahrerkreis zählt. Kehrt man das Thema unter den Teppich, steht man im Schadensfall zwar nicht ohne Schutz dar, dafür wird es teuer. Denn es handelt sich um falsche bzw. fehlende Angaben und damit um Versicherungsbetrug. Karin Jarosch stellt daher klar: „Der Versicherungsnehmer ist verpflichtet, eine Erweiterung des Fahrerkreises mitzuteilen.“