Wie die Postleitzahl die Kfz-Versicherung prägt

Donnerstag den 12.12.2013

Mein Auto, meine Kfz-Versicherung, meine Prämie: Dass die Beiträge für die Autoversicherung immer individueller gefärbt sind, hat sich in den vergangenen Jahren deutlich herauskristallisiert. Die Krönung dieses Trends wäre dann die flächendeckende Einführung von pay-as-you-drive. Indem kleine Blackboxen große Datenmengen übermitteln, könnten die Assekuranzen anhand des Fahrverhaltens punktgenau kalkulieren. Doch auch so treibt das Bemühen, jeden noch so kleinen Aspekt bei der Berechnung zu berücksichtigen, seltsame Blüten.

Angenommen: Zwei Versicherungskunden sind gleich alt, arbeiten in der gleichen Branche, fahren das gleiche Auto, sind bei der gleichen Kfz-Versicherung unter Vertrag, haben die gleiche Schadenfreiheitsklasse und wohnen an ein- und derselben Straße. Um es kurz zu machen: Sie sind quasi Autoversicherungszwillinge. Wäre da nicht die Postleitzahl. Kunde Nummer eins hat sein Haus vorne an der Straße, Kunde Nummer zwei weiter Richtung Stadt. Dafür, dass er näher am Zentrum wohnt, muss der zweite Kunde möglicherweise deutlich tiefer in die Tasche greifen.

Der Unterschied kann, so eine Erhebung des von der HUK-Coburg getragenen Goslar-Instituts, bis zu 100 Euro ausmachen. Der Grund dafür verbirgt sich in der regionalen Zuordnung. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) liefert zwar jedes Jahr die Daten für die Regionalkassen. Viele Unternehmen setzen jedoch nicht auf die Zulassungsbezirke, sondern gehen mit den Postleitzahlen noch einen Schritt weiter. Und genau dann kann es passieren, dass in einer – wenngleich längeren – Straße zwei Tarifklassen gelten.

Verbraucher müssen beim Kfz-Versicherungsvergleich also noch genauer hinschauen. Denn selbst bei der Einordnung der Postleitzahlgebiete arbeiten die Assekuranzen inzwischen mit sehr unterschiedlichen Maßstäben. Leichter wird es dadurch sicherlich nicht, die günstigste und beste Autoversicherung zu finden. Aber es lohnt sich. Übrigens: Ist die Kfz-Versicherung – hier zählt ausschließlich der Grundbeitrag – teurer geworden, kann man mit einem Vergleich auch jetzt noch ein paar Euro sparen. Das Sonderkündigungsrecht gilt 30 Tage nach Erhalt der Rechnung.