Wechselwilligkeit der Versicherungskunden rückgängig

Donnerstag den 13.03.2014

Die vielen Werbetrommeln, die zur Wechselsaison der Kfz-Versicherung geschlagen werden, entfalten ihre Wirkung offenbar nicht sofort, sondern mit reichlich Verzögerung. Aktuellen Untersuchungen zufolge sind die meisten Kunden, die eine neue Autoversicherung abschließen, ihrer bisherigen Assekuranz fünf Jahre lang treu gewesen. Es bedarf also etwas mehr, als nur eines eingängigen Rhythmus, um Verbraucher zum Wechsel zu bewegen.

Diese Trägheit verwundert ein wenig. Denn dank Internet besteht die Möglichkeiten, sich jederzeit und ohne Druck mit dem Thema Kfz-Versicherung auseinanderzusetzen, insbesondere mit den Prämien. Deutsche Versicherungsnehmer gelten nicht grundlos als bestens informiert. In Kombination mit einem gesunden Preisbewusstsein und den nicht zu überhörenden Bemühungen der Versicherer müsste daraus eine weitaus höhere Wechselquote resultieren. Doch längst nicht jeder Autoversicherungsvergleich mündet in einem Neuvertrag. Für die Branche durchaus ärgerlich. Denn inzwischen lässt sich der eigene Markteinteil fast nur noch über Kunden steigern, die ihrer alten Versicherung „Lebe wohl“ sagen.

Dass die Wechselaffinität der deutschen Autofahrer nachlässt, bestätigen auch die Zahlen des Marktforschungsunternehmens YouGov. 2012 unterschrieben 1,6 Millionen Versicherungsnehmer eine neue Police. Im vorigen Jahr waren es nur noch 1,5 Millionen Kunden. Der Rückgang um 100.000 kommt nicht von ungefähr. Er basiert zu großen Teilen auf der Beitragsentwicklung. Denn selbst mit einem Anbieterwechsel ist man nicht davor gefeit, künftig tiefer in die Tasche greifen zu müssen. Das gilt für die Kfz-Haftpflichtversicherung sowie die Teil- und Vollkasko gleichermaßen. Im Schnitt kletterte die Durchschnittsprämie eines Wechslers um zehn Prozent. Besonders hart trifft das junge Autofahrer. Ob man mit Treue auf Dauer günstiger fährt, ist allerdings eher unwahrscheinlich. Vergleichen lohnt sich nach wie vor.