Die ersten Kfz-Versicherer drehen an der Preisschraube

Freitag den 28.03.2014

Steigt die Zahl der Schäden, müssen Kfz-Versicherer gegensteuern, um nicht noch tiefer in die roten Zahlen zu geraten. Angesichts der Unwetter und Flutkatastrophen im vorigen Jahr heißt das: Viele Assekuranzen werden an der Preisschraube drehen und ihre Prämien anheben. Michal Pickel, Vorstand der E+S Rück aus Hannover, nennt das Problem beim Namen: „Das Jahr 2013 wurde förmlich verhagelt.“ In der Summe kommt die Branche auf einen Schadenswert von 1,6 Milliarden Euro. Das macht sich auch in den Bilanzen bemerkbar.

Ablesen lassen sich die hohen Ausgaben unter anderem in der Schaden-Kosten-Quote. Sie gibt an, wie hoch die Kosten im Vergleich zu den Einnahmen waren. Ein Wert von 100 Prozent steht für ein ausgeglichenes Verhältnis. Aktuell liegt die Sparte Kfz-Versicherung bei 104 Prozent. Von daher ist es nicht verwunderlich, wenn einige Marktteilnehmer die Zügel etwas fester in die Hand nehmen. Die Beiträge für die Kfz-Versicherung steigen teils um bis zu zehn Prozent. Das betrifft all jene, die ein neues Auto kaufen oder den Anbieter wechseln.

Die R+V24 hat bereits reagiert. Im Februar wurden die Tarife Komfort und Kompakt Vario um zwei bis 2,4 Prozent teurer. Im Tarif Eco sind es zehn Prozent. Bei der Debeka steht die Anpassung zum ersten April an. Sie betrifft die Vollkasko- (vier Prozent) und die Teilkaskoversicherung (ein Prozent). Andere Unternehmen kündigen indes neue Tarife an oder wollen sich, wie die HUK-Coburg, noch nicht zur Preispolitik äußern. Auch die Zurich Versicherung hält sich mit Aussagen zu den Beiträgen aus „kartellrechtlichen Gründen“ noch zurück. Um die für das eigene Profil günstigste Police zu finden, führt ohnehin kein Weg am Kfz-Versicherungsvergleich vorbei. Das liegt schlichtweg daran, dass jede Autoversicherung ihre eigene Preispolitik hat.