Kritik am Test-Autoversicherungsvergleich

Donnerstag den 8.05.2014

82 Prozent der Bundesbürger vertrauen laut einer Studie des Verbandes der führenden deutschen PR-Agenturen (GPRA) dem Urteil der Stiftung Warentest. Ein Ergebnis von dem anderen nur träumen dürfen. Doch die Fassade bröckelt. Wissenschaftler und auch Politiker zweifeln zunehmend an der Glaubwürdigkeit der Tester und ihrer Methoden. Ihnen wird vorgeworfen, die Ergebnisse bewusst zu skandalisieren oder bei Versicherungsvergleichen nicht genau genug hinzuschauen und ein wenig zu wohlwollend zu benoten.

Das erweist sich spätestens dann als Problem, wenn man den Daten und Zahlen der Stiftung Warentest blindlings Glauben schenkt und möglicherweise sogar eigens dafür bezahlt hat. Das gilt zum Beispiel für den Kfz-Versicherungsvergleich. 7,50 Euro (online) bzw. 10,00 Euro (per Post) bezahlen Verbraucher für das Angebot mit dem Slogan „günstige Tarife für Ihr Fahrzeug“. Ärgerlich nur, wenn man in die Geldbörse gegriffen hat, um zu sparen, und die Ergebnisliste für die Katz ist. Diese Erfahrung machten in der Vergangenheit viele Nutzer. Teils waren die von den Testern ermittelten Angebote bis zu 50 Prozent teurer als die bestehenden Policen.

Diese Kritik wurde bereits 2012 laut. Seinerzeit kostete der Kfz-Versicherungsvergleich noch 16 Euro. Zu viel, befanden viele Leser. Sie kritisierten darüber hinaus, dass längst nicht alle Gesellschaften berücksichtigt und außer dem Preis für die Autoversicherung keine weiteren Daten genannt wurden. Vertragsdetails und die Geschäftsbedingungen suchte man vergebens. Ob der, so die Stiftung Warentest, runderneuerte Vergleich jetzt besser ist und diese Mankos ausbügelt, muss sich zeigen. Versprochen wird jedenfalls, dass jetzt „so gut wie alle Versicherer“ einbezogen werden.

Verbraucher sollten daraus eine Lehre ziehen und sich nicht nur auf das Wort eines Autoversicherungsvergleichs verlassen. Online gibt es reichlich Möglichkeiten, kostenfrei und völlig unverbindlich mehrere Tarife miteinander zu vergleichen. Zusätzlich die kostenpflichtige Analyse der Tester anzufordern, kann nicht schaden. Hier gilt: Je größer die Datengrundlage, desto leichter trennt sich die Spreu vom Weizen.