Kfz-Versicherung kündigt Fahrer eines Privat-Taxis den Vertrag

Montag den 4.08.2014

Assekuranzen fragen bei Abschluss einer Kfz-Versicherung explizit, welchem Zweck das Fahrzeug dient. Wer dabei „überwiegend privat“ ankreuzt, sein Auto später aber auch für gewerbliche Zwecke nutzt, muss mit der Kündigung rechnen. Passiert ist das einem Mann aus Hamburg. Er hatte seine Dienste als Taxi-Ersatz über die App Wundercar angeboten und mehrere Kunden chauffiert. Einer Anzeige bei der Hamburger Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation folgte kurz darauf die rote Karte von der Autoversicherung.

Wundercar und Uber sind zwei Applikationen, mit denen nach Privatfahrzeugen gesucht werden kann. Die Halter offerieren Fahrten von A nach B und erhalten dafür einen kleinen Obolus in Form eines Trinkgeldes. Daraus erwächst für die ohnehin gebeutelte Taxi-Branche neue Konkurrenz, die mit Argwohn beobachtet wird. Unterstützung erhalten die Taxi-Fahrer jetzt offenbar von der Versicherungsbranche.

Dass es in Hamburg zur ersten Kündigung einer Police kam, ist wohl eher dem Zufall geschuldet. Gegen einen der Wundercar-Fahrer wurde Anzeige bei der zuständigen Behörde erstattet. Demnach hatte der Mann für eine Strecke von 1,7 Kilometern stolze sechs Euro Trinkgeld erhalten und vorher schon 74 Personenbeförderungen durchgeführt. Sein Fahrzeug war aber weder als Mietwagen noch als Taxi gemeldet. Daraufhin fragte man bei der Kfz-Versicherung des Halters nach, ob sie von der Tätigkeit als Wundercar-Fahrer weiß.

Dem war wohl nicht so. Als Nutzungsart war bei Vertragsabschluss „überwiegend privat“ angegeben worden. Das ließ sich nur schwer mit 75 bezahlten Fahrten in Einklang bringen. Die Deutsche Allgemeine Versicherung (DA) zog daraufhin die Notbremse und kündigte dem Fahrer die Autoversicherung. Nach Angaben des Branchenmagazins „Taxi Times“ handelt es sich um die erste Kündigung dieser Art. Ob jetzt noch mehr Fahrer, die sich mit Uber oder Wundercar ein paar Euro dazuverdienen, mit einem blauen Brief der Versicherung rechnen müssen, bleibt abzuwarten. Fraglich ist zudem, ob die Kfz-Versicherung im Fall der Fälle überhaupt zahlt. Denn noch ist die Haftungsfrage für den Taxi-Ersatz nicht geklärt.