Kfz-Versicherung mit Kilometerabrechnung

Donnerstag den 6.07.2017

Das Preisgefüge bei der Kfz-Versicherung ist ebenso wie die Tarifstruktur ständig in Bewegung. Ansonsten bleibt der Markt, gerade im Hinblick auf die Akteure, relativ starr. Die Großen wie die HUK-Coburg und die Allianz prägen das Geschehen. Das soll sich ändern. Immer neue Versicherer melden sich zu Wort. Sie versprechen mehr Flexibilität und weniger Aufwand.

Die monatlich kündbare Autoversicherung

Zu diesen neuen Autoversicherungen zählt Friday. Das Start-up ist seit März im Probebetrieb und wird von der Schweizer Baloise finanziert. An Selbstbewusstsein mangelt es den Machern nicht. „Wir haben die einfachste, schnellste und bequemste Antragsstrecke für die Kfz-Versicherung, die nicht nur komplett papierlos ist, sondern auch monatlich kündbar“, so der Chef des Unternehmens, Christoph Samwer. Konkret soll es möglich sein, die Police in 90 Sekunden abzuschließen.

Neben der Schnelligkeit kommt es Friday auch darauf an, flexible Lösungen zu präsentieren. Deshalb kann die Kfz-Versicherung aktuell monatlich gekündigt werden. Ziel ist es, eine tägliche Kündigungsfrist zu erreichen. „Wir sammeln Datenpunkte und Erfahrungen und werden uns anhand dieser stetig weiterentwickeln“, erklärt Christoph Samwer.

Flexible Zusatzfahrer-Absicherung

Flexibel möchte man auch bei der Zusatzfahrer-Absicherung agieren. Sie soll für wenige Wochen buchbar sein. Etwa, wenn die Eltern im Urlaub sind und die Kinder das Auto fahren. Bei herkömmlichen Kfz-Versicherungsverträgen muss diese Art der Absicherung für das volle Jahr bezahlt werden.

Neu ist zudem, dass sich die Prämienhöhe nach der tatsächlichen Fahrleistung richtet, analog zur Abrechnung bei Gas- und Stromanbietern. Wer weniger fährt, als im Vertrag angegeben, zahlt entsprechend weniger – oder eben mehr, wenn der Kilometerzähler einen höheren Stand anzeigt.

Neuer Pay-as-you-drive-Ansatz

Die Zielgruppe für diese Art von Tarifen ist weit gefasst und erstreckt sich auf Menschen bis zum 50. Lebensjahr. Angesprochen werden sollen vor allem junge Familien, bei denen das Auto nicht das einzige Fortbewegungsmittel ist. Für sie könnte der Pay-as-you-drive-Ansatz von Friday durchaus interessant sein. Ziel laut Samwer ist eine sechsstellige Kundenzahl. Dabei sieht man vor allem die Top 5 der Direktversicherer als Konkurrenz.