Neuer Preiskampf bei der Kfz-Versicherung

Dienstag den 6.02.2018

Streiten sich zwei Versicherungen, freuen sich die Kunden. Nachdem die HUK-Coburg in der vergangenen Wechselsaison Federn lassen musste, weil die Allianz ihre Kfz-Versicherung überarbeitet hat, steht ein neuer Preiskampf bevor. Dabei ist die HUK-Coburg als Branchenprimus durchaus bereit, in die roten Zahlen zu rutschen. Man darf also gespannt sein, ob und wie weit die Preise für die Autoversicherung sinken werden.

Allianz setzt Branchenprimus unter Druck

65.000 Neukunden konnte die HUK-Coburg in der Vorsaison gewinnen. Aktuell steht diesbezüglich eine Null zu Buche. „Unsere Erwartungen haben sich nicht erfüllt“, gesteht HUK-Chef Klaus-Jürgen Heitmann. Man rechne zwar weiterhin damit, zu wachsen, allerdings nicht in den Größenordnungen der vergangenen Jahre.

Der Grund lässt sich beim Namen nennen: Allianz. Der ewige Kontrahent hat bei der Kfz-Versicherung den Taschenrechner bemüht und die Prämien gesenkt. Gleichzeitig wurden neue Assistance-Leistungen eingeführt. Das kam bei den Kunden an und war bereits der Vorbote für den neuen Preiskampf. Das hat der Branchenprimus – 11,6 Millionen versicherte Fahrzeugen – zu spüren bekommen. Seitens der HUK heißt es dazu, dass „sich ein großer Wettbewerber neu positioniert hat, und zwar auch preislich“.

Kunden achten vor allem auf den Preis

Ob auch andere Autoversicherer ein Stück vom Kuchen erhalten haben, lässt sich derzeit noch nicht sagen. Klar ist: Wer die Prämie für die Kfz-Versicherung anhebt, muss damit rechnen, dass Kunden ihr Sonderkündigungsrecht nutzen und einen neuen Anbieter suchen. Die HUK-Coburg hofft, dass während der Nachwehen zur Wechselsaison noch ein paar Kunden sich für ihre Tarife entschieden haben.

Zusätzlichen Zunder erhält der neu entbrannte Preiskampf durch die Kfz-Versicherungsvergleiche im Internet. Noch nie war es so einfach, die Tarife miteinander zu vergleichen. Dabei achten die Kunden laut mehrere Studien vor allem auf den Preis. Zudem steigt das Neugeschäftsvolumen im Netz seit Jahren kontinuierlich.

Preisdruck bei der Autoversicherung steigt

Das alles führt dazu, dass die Branche wieder einmal versucht, vor allem über den Beitrag neue Kunden zu gewinnen. Das hat schon ein paar Jahren dazu geführt, dass sich die Unternehmen bei der Sparte Kfz-Versicherung tief in die roten Zahlen manövriert haben. Die HUK setzt jeher auf günstige Prämien und kam damit 2016 auf eine Schaden-Kosten-Quote von 101 Prozent. Laut Klaus-Jürgen Heitmann sei man bereit, weitere Verluste hinzunehmen.