Auf die Rückstufungstabelle der Kfz-Versicherung achten

Montag den 19.02.2018

Eine günstige Kfz-Versicherung kann sich im Schadensfall schnell als teurer Flop erweisen. Dafür sorgt die Rückstufungstabelle. Sie legt fest, um wie viele Stufen man bei der Schadenfreiheitsklasse (SF-Klasse) zurückgesetzt wird. Dadurch zahlt man sofort deutlich mehr. Und man braucht sehr lange, um wieder den alten Status quo zu erreichen – teils bis zu neun Jahre.

Wenn es kracht

Ein Blechschaden nach einem ansonsten harmlosen Zusammenstoß reicht schon aus, um eine Kostenlawine ins Rollen zu bringen, auf die man als Autofahrer gut und gerne verzichten kann. Denn sobald der Schaden von der Kfz-Versicherung reguliert wird, verliert man als Verursacher des Unfalls seine bisherige Schadenfreiheitsklasse.

Während man sonst für unfallfreies Fahren Jahr für Jahr mit einer besseren Einstufung belohnt wird, geht es nach einem Crash gleich mehrere Stufen nach unten. Die Stiftung Warentest hat untersucht, wie die Rückstufung in 163 Tarifen von 64 Kfz-Versicherern geregelt ist. Dazu wurde ein 40-jähriger Musterkunde mit SF-Klasse 15 zugrunde gelegt. Er fährt mit seinem Honda Accord rund 15.000 Kilometern pro Jahr und wohnt in Bad Segeberg.

Der Kfz-Versicherungsbeitrag steigt

Die Schadenfreiheitsklasse 15 steht bei fast allen Unternehmen für einen Wert von 30 Prozent – bezogen auf den Grundbeitrag. Angenommen, die reguläre Prämie liegt bei 100 Euro, so zahlt man dank der Schadenfreiheitsklasse nur noch 30 Euro. Geht es bergab, dann meist richtig. Bei der Sparkassen Direkt Versicherung wird man in Schadenfreiheitsklasse 6 zurückgestuft. Bei der Europa und der VHV ist die SF-Klasse 7. Damit benötigt neun bzw. acht Jahre, um wieder die alte Einstufung zu erhalten.

Das geht gewaltig ins Geld. „Der Unterschied wirkt gering, macht sich aber in Euro und Cent deutlich bemerkbar“, so die Stiftung Warentest. Sie hat hochgerechnet, welche Mehrkosten entstehen, bis man in der günstigsten Schadenfreiheitsklasse 35 ankommt. „Im Ergebnis liegen die Kosten bei den meisten Tarifen unserer Untersuchung beim Vier- bis Fünffachen des bisherigen Jahresbeitrags“, erklärten die Tester.

Bis zu 3.128 Euro Mehrkosten

In Zahlen ausgedrückt: Beim Münchener Verein zahlt man auf lange Sicht 3.128 Euro mehr, bei der EuropaGo „nur“ 1.302 Euro. Laut Test bergen die sogenannten Basistarife die größten Kostenfallen bei einer Rückstufung. Sie reichen bis zum 7-fachen des Jahresbeitrags. Besonders schlecht schneiden hier übrigens die Angebote der HUK-Coburg, der HUK24 und der Bruderhilfe ab.