Dritte am Steuer machen die Kfz-Versicherung teuer

Dienstag den 20.03.2018

Das eigene Auto verleihen. Einige Fahrzeughalter werden tief durchatmen, nach Argumenten suchen und ablehnen. Andere haben kein Problem damit, Dritte ans Steuer ihres Vehikels zu lassen. Etwa, weil der Nachbar etwas transportieren muss oder der Wagen des Kollegen in der Werkstatt ist. Doch was sagt die Kfz-Versicherung dazu, wenn ein Fremder einen Unfall baut?

Höherer Beitrag und Vertragsstrafe

Die Stiftung Warentest hat für ihr Magazin Finanztest bei mehreren Versicherungsunternehmen nachgehakt, wie sie darauf reagieren. Die gute Nachricht: Der Versicherungsschutz bleibt auf allen Ebenen bestehen. Weder die Kfz-Haftpflichtversicherung noch der Kaskoschutz werden tangiert. Dafür muss der Kunde unter Umständen tief in die Tasche greifen. Denn die Autoversicherung wird den Beitrag anhand des erweiterten Fahrerkreises in aller Regel neu berechnen und die entsprechend höhere Prämie nachfordern. Zudem stehen bei vielen Unternehmen Vertragsstrafen in den Bedingungen.

Der Grund dafür, dass der Kunde mehr berappen muss, liegt auf der Hand. Mehr Fahrer stehen für ein deutlich größeres Risiko. Das lassen sich die Autoversicherer bezahlen. Bei einem beliebig großen Fahrerkreis steigt die Prämie für die Kfz-Versicherung um 80 Prozent und mehr. Zum Vergleich: Wird nur der Ehe- oder Lebenspartner als weiterer Fahrer benannt und im Vertrag hinterlegt, ändert sich am Beitrag kaum etwas. In der Regel bleibt er sogar stabil.

Ausnahme: Notfälle

Daher kann es sehr schnell sehr teuer werden, wenn man sein Auto verleiht und etwas passiert. Der rückwirkend neu berechnete Beitrag gilt bei allen Unternehmen. Eine zusätzliche Vertragsstrafe in Höhe eines Jahresbeitrags verlangen Allianz, Axa, Axa Easy, Europa, EuropaGo, HDI, R+V24 sowie Friday. Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel. In Notfällen zum Beispiel wird keine Vertragsstrafe berechnet. Etwa, wenn der Beifahrer sich ans Steuer setzt, weil der eigentliche Fahrer sich unwohl fühlt.

Selbstverständlich kann man auch vorab bei der Kfz-Versicherung fragen, ob ein Dritter den Wagen fahren darf. Viele Assekuranzen erlauben einen anderen Fahrer zumindest für wenige Tage im Jahr. Dieses Recht sollte man sich bestätigen lassen, um auf Nummer sicher zu gehen. Andere Unternehmen verlangen eine minimale Prämie, die einmalig berechnet wird und beim Vergleich von Finanztest zwischen 1,72 Euro und 6,99 Euro lag. Eine weitere Option sind spezielle Kurzzeitversicherungen von Drittanbietern, die zum Beispiel über Apps gebucht werden können.