Kfz-Versicherungsklassen

Die Berechnung der Beiträge für die Kfz-Versicherung basiert auf Dutzenden Faktoren. Während Leistungsmerkmale nur in die Prämie einfließen, wenn sie auch gewünscht werden, sind die sogenannten Kfz-Versicherungsklassen fester Bestandteil des Tarifgefüges. Drei dieser Klassen gibt es: die Schadensfreiheitsklasse, die Regionalklasse und die Typklasse.

Schadensfreiheitsklasse

Den wichtigsten Part übernimmt die Schadensfreiheitsklasse (SF-Klasse). Sie bestimmt den Rabatt respektive Aufschlag auf den regulären Beitragssatz. Denn jeder SF-Klasse ist ein bestimmter Prozentsatz zugeordnet wird, sowohl in der Haftpflicht als auch in der Vollkasko. Die Spanne reicht von Klasse M über 0, S, ½ bis 28. Anfänger beginnen in der Regel in der Schadensfreiheitsklasse 0 und müssen sich dann Jahr für Jahr „nach oben“ arbeiten. Die SF-Klasse 0 entspricht üblicherweise 240 Prozent in der Haftpflicht und 125 Prozent in der Vollkasko. Das Prinzip ist relativ einfach und gleicht dem von Schulklassen. Jedes Jahr, das erfolgreich absolviert wird – ohne Schaden oder Unfall –, belohnt die Kfz-Versicherung mit der Einstufung in die nächsthöhere Klasse. Nach vier unfallfreien Jahren steht man bei SF-Klasse 4 (60/70 Prozent) und nach 20 Jahren in SF-Klasse 20 (35/35 Prozent). Wird jedoch ein Schaden gemeldet, geht es unter Umständen gleich mehrere Schritte zurück. Sicher und vorausschauend zu fahren lohnt sich also.
Umfangreicher Ratgeber zur SF-Klasse

Regionalklasse

Die Vorgehensweise bei der Regionalklasse ähnelt der bei der Typklasse. Nur, dass es nicht um die Fahrzeuge, sondern um den Wohnort (die Region) geht. Die Grundlage bildet auch hier der Schadenverlauf, wobei für die Kaskoversicherung auch Aspekte wie Hagel und Hochwasser eine Rolle spielen. Heißt: Wer auf dem Land wohnt, kann sich bezüglich der Regionalkasse meistens glücklich schätzen. Da üblicherweise weniger Unfälle verzeichnet werden als in Großstädten oder Ballungsräumen, ist die Regionalklasse deutlich günstiger. In der Haftpflicht sind es zwölf, in der Teilkasko 16 und in der Vollkasko noch neun Regionalklassen. In der Regel ändert sich an der Einstufung im Laufe der Jahre nur wenig. Nach Auskunft des GDV bleiben zwei Drittel der Werte stabil.

Typklasse

Auf die Typklasse können Versicherungsnehmer hingegen keinen Einfluss nehmen. Es sei denn, sie kaufen sich ein neues Auto mit einer günstigeren Einstufung. Welches Auto welcher Typklasse zugeordnet wird, bestimmt jeweils zum 1. Oktober eines jeden Jahres der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Dazu werden sämtliche Statistiken zur Unfall- und Schadenhäufigkeit von über 19.000 Modellen ausgewertet. Fällt ein Typ durch besonders viele Diebstahldelikte auf oder ist das Modell x von Hersteller y überdurchschnittlich oft in Unfälle verwickelt, resultiert daraus eine entsprechende ungünstige und für den Kunden teure Typklasse. Berücksichtigt wird jeweils der Schadenverlauf der vergangenen drei Jahre. Bei der Kfz-Haftpflichtversicherung wird nach 16 Klassen unterschieden, in der Vollkasko sind es 25 und in der Teilkasko 24 Klassen.