Kfz-Versicherungswechsel: Verliert man seine Schadenfreiheitsklasse?

Jahr für Jahr drehen die Stiftung Warentest, Versicherungsunternehmen und Vergleichsportale ihre Gebetsmühlen und weisen auf die mögliche Ersparnis bei einem Kfz-Versicherungswechsel hin. 2011 folgten rund 1,7 Millionen Kunden dem Ruf und kündigten den alten Vertrag zugunsten eines neuen Tarifs. Damit waren lediglich drei Prozent aller Versicherungsnehmer bereit, neue Ufer zu erkunden. Dass nicht mehr Wechsel vollzogen werden, liegt vermutlich auch daran, dass ein Verlust der Schadensfreiheitsklasse befürchtet wird. Dabei ist diese Sorge weitgehend unbegründet. Weitgehend insofern, weil in einigen Verträgen ein „Problemkind“ schlummern könnte.

Der Schadenfreiheitsrabatt wird nicht angetastet

Grundsätzlich gilt: Der Rabatt bleibt erhalten, wenn ein Kunde sich für eine andere Assekuranz entscheidet. Denn würde der Zähler bei einem Kfz-Versicherungswechsel automatisch wieder auf null gesetzt und ginge die Schadenfreiheitsklasse dadurch verloren, käme die Wechseltätigkeit auf Dauer ganz zum Erliegen. Damit würde sich die Branche gewissermaßen ein Eigentor schießen. Sie könnte den Wettbewerb um neue Kunden ad acta legen. Schließlich ist die Schadenfreiheitsklasse bzw. der bereits erreichte Rabatt einer der wichtigsten Faktoren für den Beitrag und wird von vielen Versicherungsnehmern gehütet wie ihr Augapfel. Wer jahrelang ohne Unfall unterwegs ist und nur wenige Prozent des Grundbeitrags bezahlen muss, käme deshalb gar nicht erst auf die Idee zu wechseln, wenn die Prozente gestrichen würden.
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Entscheidend sind die unfallfreien Jahre

Die Schadenfreiheitsklasse ist und bleibt (hoffentlich) auch in Zukunft ein personenbezogener Wert und hat nur peripher mit dem Versicherungsunternehmen zu tun. Zwar ordnen die Assekuranzen den jeweiligen Klassen teils unterschiedliche Rabatte zu. SF-Klasse 13 bleibt aber auch bei einem Wechsel SF-Klasse 13 – es sei denn, die Kfz-Versicherung arbeitet nach dem neuen System, das erstmals 2011 Anwendung fand. Selbst in dem Fall gehen die schadenfreien Jahre nicht verloren. Denn genau darum geht es beim Bonus-Malus-System: Kunden werden dafür belohnt, dass sie möglichst viele Jahre keinen Schaden melden.
Informationen zur Schadenfreiheitsklasse

Meldung an die neue Kfz-Versicherung

Sichergestellt wird der reibungslose Übergang von der einen zur anderen Kfz-Versicherung dadurch, dass die alte Assekuranz dem neuen Versicherer den Vertragsverlauf mitteilt. Diesen Daten ist zu entnehmen, ob, wann und in welcher Höhe Leistungen erbracht werden mussten und welche Schadenfreiheitsklasse vorliegt.

„Problemkind“: der Rabattschutz

Diese Meldung wird erst dann zum Problem, wenn der Kunde mit seiner bisherigen Assekuranz einen Rabattschutz vereinbart hatte. Da es sich um eine interne Regelung handelt, die dazu führt, dass die Prozente trotz eines Unfalls erhalten bleiben, gilt sie nicht für den neuen Vertrag. Jeder Schaden, der in den Papieren auftaucht und aufgrund des Rabattschutzes bislang ungesühnt geblieben ist, wirkt sich dann unter Umständen negativ auf die Schadenfreiheitsklasse aus. Heißt: Der Kunde wird entsprechend der Schäden zurückgestuft und muss künftig deutlich mehr bezahlen. Vor einem Wechsel sollte in dem Fall genau gerechnet und gegebenenfalls nachgehakt werden, ob auch der Rabattschutz übernommen wird.
Weitere Informationen zum Rabattschutz
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