Versicherungstarife mit Werkstattbindung

Zu den Optionen, unter denen Autofahrer bei der Kfz-Versicherung wählen können, gehört bei den meisten Versicherungsunternehmen die sogenannte Werkstattbindung. Den Durchbruch schaffte dieses relativ junge Tarifmerkmal in der Wechselsaison 2010/2011. Es verspricht den Kunden einen Nachlass auf die Prämie und erleichtert den Assekuranzen die Abwicklung. Auf der anderen Seite gibt es eine Reihe von möglichen Nachteilen, die in Relation zur Ersparnis gesetzt werden müssen. Als Autofahrer kommt man also nicht umhin, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen und eine Entscheid pro oder contra zu treffen. Unser Ratgeber hilft Ihnen!

Die Idee der Werkstattbindung

Das Prinzip der Werkstattbindung ist relativ einfach. Wählt der Kunde diese Option, verpflichtet er sich, sein Fahrzeug nur noch in bestimmten Werkstätten reparieren zu lassen. Hierbei handelt es sich um Betriebe, die einen Kooperationsvertrag mit der Kfz-Versicherung geschlossen haben. Für die Konzerne hat das den Vorteil, günstigere Konditionen aushandeln zu können, was sich positiv auf die Schaden-Kosten-Quote auswirkt. Gleichzeitig profitieren die Vertragswerkstätten von einer besseren Auslastung. An die Versicherten werden die Vorzüge der Werkstattbindung unter anderem in Form eines Rabattes weitergereicht, der zehn, teils auch 15 und mehr Prozent ausmachen kann. Hinzu kommen je nach Vertrag zusätzlichen Leistungen wie ein Ersatzfahrzeug, eine Komplettreinigung des Autos und der Transfer zur Werkstatt.

Worauf sollten Versicherte achten?

Sorgen um die Qualität müssen sich Kunden nicht machen, wenn sie eine Werkstattbindung eingehen. Schließlich ist es auch im Interesse der Kfz-Versicherung, dass die Arbeiten ordnungsgemäß und den neuesten Standards entsprechend ausgeführt werden. Die Unternehmen haben daher relativ hohe Anforderungen an ihre Kooperationspartner und sondieren genau, wem sie ihr Vertrauen schenken. Entscheidend für den Verbraucher ist vielmehr, wo der nächste Partnerbetrieb ist. Dieser Punkt sollte vor Vertragsabschluss geklärt werden. Denn das Werkstattnetz ist von Assekuranz zu Assekuranz unterschiedlich dicht. Daraus kann sich sehr schnell ein Problem ergeben, wenn die Autoversicherung bislang nur wenige Knotenpunkte im System hat.
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Nachteile der Werkstattbindung

Die teils nur schwach ausgebauten Werkstattnetze stellen den größten Kritikpunkt bei der Werkstattbindung dar. Gerade Kunden im ländlichen Bereich müssen bisweilen sehr weit fahren, um einen der Partnerbetriebe zu erreichen. Dieser Mehraufwand steht dann in keinem Verhältnis zum Rabatt. Darüber hinaus kommt es gerade bei Reparatur- und Wartungsarbeiten auch auf das Vertrauen zu den Mitarbeitern in der Kfz-Werkstatt an. Wer sein Fahrzeug bisher ausschließlich einem Markenbetrieb anvertraut hat, muss sich gegebenenfalls darauf einstellen, künftig eine freie Werkstatt aufsuchen zu müssen. Dort wird sicherlich nicht schlechter gearbeitet. In dem Fall ist es eher eine Frage der Einstellung und der persönlichen Vorlieben.

Problemfall Herstellergarantie

Dass bei einer Werkstattbindung die Herstellergarantie per se erlischt, stimmt so nicht ganz. Prinzipiell müssen Reparaturen von Fachwerkstätten und mit Original-Ersatzteilen durchgeführt werden. Diese Kosten sollte die Versicherung ohne Streit übernehmen. Weiterhin gibt es auch bereits Versicherungen, die eine eigenständige Garantie auf die reparierten Schäden geben, die in der gebundenen Werkstatt behoben wurden. Dennoch sollte man sich überlegen, wenn man eine Garantie auf sein Fahrzeug hat, ob sich die Kosteneinsparung wirklich lohnt. Warum gibt man für einen Neu- oder Jahreswagen so viel Geld aus, um nachher ein paar Euro bei der Kfz-Versicherung zu sparen?

Bei Leasing-Fahrzeugen nicht empfehlenswert

Probleme können auch Versicherte bekommen, die ein Leasingfahrzeug haben. Leasinggesellschaften schreiben von sich aus vor, wo die Autos gewartet und repariert werden. Die Werkstattbindung und die Vorgaben der Kfz-Versicherung können dann schnell mit dem Leasingvertrag kollidieren. Auch hier gilt: Vorher fragen, um Ärger zu vermeiden.