Schadenfreiheitsklasse übertragen

Wie und wann kann man den Schadenfreiheitsrabatt übertragen / übernehmen?

Bei vielen Versicherungsgesellschaften lässt sich die Schadenfreiheitsklasse des Versicherungsnehmers auf eine andere Person übertragen. Der Sinn liegt darin, dass die begünstigte Person einen Versicherungsvertrag mit einem günstigeren Schadenfreiheitsrabatt abschließen kann.

Eine erreichte Schadenfreiheitsklasse ist grundsätzlich personengebunden und wird nur unter ganz bestimmten Umständen übertragen. So ist eine Übertragung oftmals nur noch zwischen Personen möglich, die in einem Verwandtschaftsverhältnis ersten Grades stehen oder beide in häuslicher Gemeinschaft leben. Demnach ist auch die Übertragung zwischen Ehepartnern bzw. Lebenspartnern möglich. Die genauen Regelungen legen die Versicherer fest.

Wichtig ist außerdem, dass nur die Schadenfreiheitsklasse übertragen werden kann, die der Begünstigte im besten Fall selbst haben könnte, wenn er seit seinem Führerscheinbesitz ein Fahrzeug mit schadenfreiem Verlauf versichert hätte. Hat zum Beispiel jemand seit 5 Jahren den Führerschein, dann kann er maximal die SF-Klasse 5 übernehmen – auch wenn der „Geber“ eine höhere SF-Klasse übertragen könnte. Nicht immer kann also die SF-Klassen-Übertragung 1:1 erfolgen! Demzufolge wäre es Unsinn, wenn man als Fahranfänger mit wenigen Monaten Führerscheinbesitz eine angenommene Schadenfreiheitsklasse 15 von einem Elternteil übernehmen wolle. Das wäre zu gut Deutsch die Vernichtung von 15 schadenfreien Jahren!

Bei der Übernahme eines Schadenfreiheitsrabatts muss man nachweisen, dass man das betreffende Fahrzeug überwiegend gefahren ist. Nur für diesen Zeitraum kann die SF-Klasse übertragen werden. Nachgewiesen wird die Zeit meist durch schriftliche Erklärung des „Gebers“ und „Nehmers“. Die Versicherungen halten dazu passende Formulare bereit.

Selbstverständlich verzichtet der bisherige Inhaber der SF-Klasse unwiderruflich auf den schadenfreien Verlauf. Hat derjenige zwei Fahrzeuge versichert, dann wird er nur für einen Kfz-Versicherungsvertrag die Schadenfreiheitsklasse abgeben. Der Vertrag für das andere Kfz bleibt davon unberührt. Sinn macht das Abtreten der SF-Klasse für den bisherigen Inhaber nur, wenn er zwei Fahrzeuge hat und eines davon nicht mehr versichern möchte oder aber – bei Besitz eines einzigen Kfz – wenn mit dem Autofahren aufhören möchte. Auch nach dem Ende eines Versicherungsvertrags bleiben immer noch 12 Monate Zeit, die bisherige SF-Klasse an eine andere Person zu übertragen.

Wie geht man praktisch vor?

Zunächst prüfen Sie mit unserem Kfz-Versicherungsvergleich, welche Versicherungen überhaupt einen günstigen Tarif für Sie und Ihr Kfz anbieten. Zum Vergleich müssen die Daten desjenigen verwendet werden, dem die Schadenfreiheitsklasse übertragen werden soll. Wichtig ist natürlich, die richtige SF-Klasse für den Versicherungsvergleich zu verwenden. Aus unseren obigen Ausführungen können Sie sich selbst herleiten, wie viel vom Schadenfreiheitsrabatt übernommen werden kann. Nehmen Sie die SF-Klasse, die am wahrscheinlichsten nach der Schadenfreiheitsklassenübernahme gilt. Nach der Eingabe aller Daten und der sekundenschnellen Vergleichsbrechnung werden Sie im Ergebnis mehrere Versicherer sehen. Prüfen Sie nun in den „Details“, ob eine Schadenfreiheitsklassenübertragung beim gewünschten Versicherer möglich ist. Entweder beantragen Sie nun gleich den Versicherungsschutz und können während des Antrags das passende Formular zur Rabattübertragung anfordern oder Sie setzen sich vor Vertragsabschluss noch einmal mit dem gewünschten Kfz-Versicherer in Verbindung, um Details / Einzelheiten zu klären. Nachdem Sie den Antrag gestellt haben und das Formblatt zwecks Rabattübertragung ausgefüllt und unterschrieben haben, wird die SF-Klasse vom Vorversicherer des Schadenfreiheitsrabatt-Berechtigten abgefragt und auf Ihren neuen Kfz-Versicherungsvertrag übertragen. Das war’s auch schon.
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