Fahrerflucht kostet die Kfz-Versicherung

Montag den 24.07.2017

Sich unerlaubt vom Unfallort zu entfernen, ist selbst bei vermeintlichen Bagatellschäden keine gute Idee. Zum einen ist es strafbar. Zum anderen droht im schlimmsten Fall sogar der Verlust der Kfz-Versicherung. Bezahlen muss man auf jeden Fall. Das bestätigt jetzt einmal mehr ein Urteil des Amtsgerichtes Ansbach (Aktenzeichen 5 C 816/16).

Ein teurer Park-Rempler

Im vorliegenden Fall hatte eine Frau ein parkendes Auto beschädigt, sich aber nicht weiter darum gekümmert. Stattdessen fuhr sie munter weiter. Der Beschädigte war zum Unfallzeitpunkt nicht vor Ort. Als er den Schaden schließlich bemerkte, rief er die Polizei. Die ermittelte die Fahrerin. Sie gab an, überhaupt nichts gemerkt, gehört oder gesehen zu haben.

Ihr Pech, dass ein Gutachter eindeutig nachweisen konnte, dass ihr Auto für den 2.000-Euro-Schaden verantwortlich war und sie ganz klar hätte mitbekommen müssen, dass es gekracht hat. Die Kfz-Versicherung der Frau nahm das Urteil des Landgerichts Ansbach zum Anlass, die Hand aufzuhalten. Die Assekuranz forderte den Betrag zurück, den sie an den Unfallgegner gezahlt hatte.

Bis zu 5.000 Euro Regress

Das ist absolut rechtens. In den meisten Bedingungen für die Kfz-Haftpflichtversicherung steht klipp und klar, dass man den Unfallort nicht verlassen darf, ohne die zur Aufklärung nötigen Feststellungen ermöglicht zu haben. Oder anders ausgedrückt: Man darf nicht einfach abhauen. Darauf weist auch der Gesamtverband der Versicherungswirtschaft immer wieder hin und erklärt: Die Kfz-Haftpflichtversicherung kann den Kunden mit bis zu 5.000 Euro in Regress nehmen.

Damit nicht genug, bleibt man auch auf den eigenen Reparaturkosten sitzen. Denn das unerlaubte Entfernen vom Unfallort wirkt sich auch auf die Vollkaskoversicherung aus. Sie kann die Zahlung bei Fahrerflucht ebenfalls verweigern. Und zu guter Letzt droht auch noch die Kündigung des Vertrages durch die Kfz-Versicherung. Danach dürfte es dann relativ schwer sein, eine neue und günstige Autoversicherung zu erhalten. Kurzum: Fahrerflucht lohnt sich nicht!