Die Typklassenstatistik der Kfz-Versicherung für 2018

Freitag den 15.09.2017

Dass Fahrer bestimmter Automarken gerne aufs Gas treten, eher gemächlich oder gar rücksichtslos unterwegs sind, ist eine meist individuelle Wahrnehmung. Tatsachen schafft die Typklassenstatistik des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Die Analysten haben die Daten für 28.000 Fahrzeugmodelle ausgewertet. Für einige Verbraucher ergibt sich daraus spätestens ab dem kommenden Jahr ein neuer Beitrag für die Kfz-Versicherung.

Viele Schäden gleich hoher Beitrag

Die Typklasse gehört zu den Facetten, die sich positiv oder negativ auf die Autoversicherung auswirken. Stuft der GDV ein Modell schlechter ein, weil es häufiger in Unfälle verwickelt war und generell mehr Schäden gemeldet wurden, wird die Kfz-Versicherung teurer. Auf der anderen Seite können Fahrzeugtypen, die versicherungstechnisch unauffällig sind, auch zu einer günstigeren Kfz-Police führen.

Unterschieden wird nach Typklassen in der Haftpflichtversicherung, in der Teil- und in der Vollkaskoversicherung. Während es in der Haftpflicht nur 16 Typklassen gibt – von 10 bis 25 – sind es in der Vollkasko 25 (10-34) und in der Teilkasko 24 (10-33). Die Einstufung wird vom GDV einmal jährlich vorgenommen. Bei Neuverträgen greift die neue Typklasse in der Regel sofort. Bestandskunden zahlen dann ab dem nächsten Versicherungsjahr den angepassten Beitrag.

Jede siebte Autoversicherung wird teurer

Viel ändern wird sich zu 2018 allerdings nicht. Der überwiegende Teil der Fahrzeugmodelle behält die bisherige Typklasse. Das gilt im Bereich der Kfz-Haftpflichtversicherung für 73 Prozent oder umgerechnet 39,6 Millionen Fahrzeuge. In 14 Prozent der Fälle hat der GDV eine höhere Klasse festgelegt (5,7 Millionen) und bei 13 Prozent eine niedrigere Typklasse. Bei der Teilkasko wurden 20 Prozent hoch- und 33 Prozent heruntergestuft.

Verschlechtert hat sich die Typklasse laut GDV vor allem für „viele hochmotorisierte Oberklasse-Modelle und SUVs“. Das gilt zum Beispiel für den Lexus NX 300 H, den aktuellen BMW 730D und den Range Rover 3.0 TD. Eher niedrig eingestuft werden Kleinwagen wie der Citroen C4 Cactus 1.2, der Kia Picanto 1.0 und der Peugeot 108 1.0. Gleich drei Stufen besser wurden der Dacia Logan Kombi 0.9 und der Audi A4 Avant 2.0 TDI in der Haftpflicht-Typklasse eingeordnet. Für den BMW 114I und den Jeep Renegade 1.4 T ging es um drei Stufen bergab.