Fehlverhalten verteuert die Kfz-Versicherung

Dienstag den 15.05.2018

Zu schnell, die rote Ampel oder ein Glas Bier zu viel: Wer sich im Straßenverkehr nicht an die Regeln hält, riskiert Punkte in Flensburg. Das mag bei einem oder zwei Zählern noch kein Weltuntergang sein. Sobald aber die Kfz-Versicherung nach dem Saldo bei der Verkehrssünderdatei fragt, kann es teuer werden. Denn einige Autoversicherer arbeiten in dem Fall mit happigen Aufschlägen.

Bis zu 23 Prozent Aufschlag

Noch haben Vergehen, die mit Punkten geahndet werden, nur bei wenigen Unternehmen Einfluss auf die Kfz-Versicherungsprämie. Das gilt laut einer Studie derzeit für die Axa, die HDI und die Admiral Direkt. Sie fragen im Antrag für die Police explizit danach, ob man „Guthaben“ auf dem Punktekonto hat. Ist dem so, muss man tiefer in die Tasche greifen. Die Autoversicherung kostet in dem Fall bis zu 23 Prozent mehr.

Überlegungen, die Flensburger Daten ebenfalls in die Beitragsberechnungen einfließen zu lassen, gibt es bei den Großen der Branche momentan nicht. Gegenüber dem Versicherungsboten erklärte die HUK-Coburg: „Punkte in Flensburg haben derzeit keinen Einfluss auf die Prämie bei allen Gesellschaften der HUK-COBURG-Versicherungsgruppe, es gibt dazu auch keine Überlegungen bei uns im Haus. Völlig ausschließen wollen wir das allerdings nicht.“ Ein kleines Türchen für die Zukunft hält man sich also offen.

Datenschutz hat Vorfahrt

Das Problem: Die Autoversicherer selbst haben keinen Zugriff auf die in Flensburg gespeicherten Daten. Sie fragen stattdessen bei Vertragsabschluss nach und müssen auf die Ehrlichkeit der Kunden hoffen. Sollte man seine Punkte verschweigen oder bewusst falsche Angaben machen, drohen im schlimmsten Fall Vertragsstrafen. Dazu müsste das Fahreignungsregister allerdings Auskunft geben – und die wäre aus Datenschutzgründen unzulässig. Von daher stellt sich die Frage, inwieweit es überhaupt Sinn ergibt, mit der Punktezahl zu kalkulieren.