Brems-, Betriebs- und Bruchschäden (BBB-Schadendeckung)

Der Leistungsbaustein der sog. BBB-Schäden ist in manchen Premium-Tarifen von Kfz-Versicherern im Rahmen der Vollkasko bereits enthalten. Ebenso lässt er sich bei einigen Versicherern als Zusatzbaustein zum Versicherungsvertrag hinzunehmen. Grundsätzlich sollte bei neueren Fahrzeugen, im gewerblichen Bereich (LKW, Transporter / Lieferwagen) und bei Vielfahrern die Deckung von Brems-, Betriebs- und Bruchschäden mit eingeschlossen werden. Aber auch in jedem anderen Fall, wenn man sich zu einem guten Versicherungsschutz entschließt, sollten BBB-Schäden inbegriffen sein.

Was sind Brems-, Betriebs- und Bruchschäden?

Sicherlich wissen Sie, dass eine Vollkaskoversicherung bei Schäden am Fahrzeug durch Unfall zahlt. Als Unfall gilt ein „unmittelbar von außen plötzlich mit mechanischer Gewalt auf das Fahrzeug einwirkendes Ereignis“. Nicht über die Vollkasko abgedeckt sind jedoch Schäden am eigenen Kfz aufgrund eines Brems- oder Betriebsvorgangs oder eines Bruchschadens, da hier keine mechanische Gewalt von außen einwirkt. Bei gewerblichen Nutzfahrzeugen sind solche Schäden keine Seltenheit.

  • Bremsschäden (Bremsanlage, Reifen): Schäden am Fahrzeug, die ihre alleinige Ursache in einem Bremsvorgang haben, z.B. Schäden an der Bremsanlage oder an den Reifen.
  • Betriebsschäden (fehlerhafte Bedienung/ Betankung oder verrutschte Ladung etc.): Schäden am Fahrzeug, die ausschließlich aufgrund eines Betriebsvorganges eintreten, z.B. durch falsches Bedienen, falsches Betanken oder verrutschende Ladung.
  • Bruchschäden (Materialermüdung, Überbeanspruchung oder Abnutzung etc.): Schäden am Fahrzeug, die ihre alleinige Ursache in einer Materialermüdung, Überbeanspruchung oder Abnutzung haben.

Hierbei handelt es sich also nicht um Schäden aus einem Unfall, sondern Folge eines Bremsvorgangs, des Kfz-Betriebs sowie Folgen aus dem Bruch von Fahrzeugteilen. Es geht hierbei nicht um die Entschädigung von Unfallbeteiligten – dafür gibt es die Kfz-Haftpflichtversicherung. Bei BBB-Schäden geht es vielmehr um die Schäden am eigenen Fahrzeug. Die günstigen Vollkasko-Versicherungen bietet hier nicht den umfangreichen Schutz, der auf dem Markt verfügbar ist.

Weitere Einschlüsse:

  • Verwindungs- und Einknickschäden
  • fahrtechnisches Fehlverhalten
  • Materialfehler
  • Bedienungsfehler
  • Das Aufspringen der Motorhaube während der Fahrt
  • Versagen von Mess-, Regel oder Sicherheitstechnik.
  • Schäden, die durch verrutschte Ladung verursacht wurden.
  • Mängelschäden (z. B. wenn durch einen Achsbruch die Ladung verrutscht und das Fahrzeug dadurch beschädigt wird)
  • Schäden zwischen Zugfahrzeug und Anhänger (durch zu starkes Einlenken beim Rückwärtsfahren wird das Zugfahrzeug beschädigt)

Ist die Deckung der Brems-, Betriebs- und Bruchschäden sinnvoll?

Wer sich für eine Vollkaskoversicherung entscheidet, sollte diese Option mit einbeziehen. Findet der Versicherer im Schadenfall eine Möglichkeit, auf BBB-Schäden abzustellen – die Sie hätten bei ihm mitversichern können – wird er sich auf jeden Fall leistungsfrei stellen.

Hier noch ein Beispiel: Sie kaufen im Baumarkt ein großes Gebinde Wandfarbe und stellen es in den Kofferraum. Auf der Rückfahrt müssen Sie eine Vollbremsung einleiten, wodurch das Gebinde durch den PKW fliegt und sich die Farbe im gesamten Innenraum verteilt. Ihr PKW ist danach in aller Regel nur noch Totalschaden.

Eine BBB-Schadendeckung kostet vielleicht 10% des Gesamtjahresbeitrags. Doch auch hier wollen wir uns nicht zu sehr aus dem Fenster lehnen und empfehlen Ihnen eine individuelle Berechnung und Beratung.

Ihre Kfz-Versicherung lehnt eine Schadenregulierung ab und verweist auf Brems-, Betriebs- und Bruchschäden?

In diesem Fall interessieren wir uns für den Schadenhergang und aller beschädigten Dinge. Und natürlich auch, wir Ihr Versicherer darauf reagiert hat.