Oldtimer-Versicherung

Oldtimer und inzwischen auch viele sogenannte Youngtimer werden von ihren Besitzern gehegt und gepflegt. In den Schätzchen stecken oft Tausende Stunden Arbeit und viel Geld, damit sie wieder im Originalzustand erstrahlen. Umso ärgerlicher ist es, wenn während einer kurzen Spritztour oder der Teilnahme an einer Oldtimer-Rundfahrt ein Schaden zu beklagen ist. Denn Ersatzteile sind teuer und nur schwer zu beschaffen. Eine einfache Kfz-Versicherung samt Vollkaskoschutz reicht in dem Fall nur selten aus. Für die Liebhaberstücke sollte es schon eine spezielle Oldtimer-Versicherung sein.

Ab wann ist ein Auto versicherungstechnisch Oldtimer?

Anders als bei gängigen Policen, wie sie für Neufahrzeuge und junge Gebrauchte angeboten werden, gelten für Oldtimer-Versicherungen allerdings eine Reihe von Voraussetzungen. Sie betreffen in erster Linie das Alter des Fahrzeugs, aber auch den Zustand und den aktuellen Marktwert. Die Definitionen für Old- und Youngtimer variieren zwar von Versicherung zu Versicherung, bewegen sich aber allesamt auf einem vergleichbaren Niveau. Der Begriff Youngtimer greift in der Regel bei Fahrzeugen, die mindestens 25 Jahre alt sind. Ausschlaggebend ist das Baujahr oder in einigen Fällen auch der Tag der Erstzulassung. Bei Oldtimern reichen die Vorgaben je nach Versicherungsgesellschaft von 30 bis 40 Jahren, wobei einige Unternehmen auch mit der Bezeichnung „Klassiker“ arbeiten. Ähnlich verhält es sich bei Motorrädern.

Wertgutachten und Zustand als Basis für den Vertrag

Abgesehen vom Alter kommt es den Versicherungen auch auf den genauen Zustand des Fahrzeugs an. Besitzer, die einem Modell aus den 60er Jahren einen modernen Anstrich verpassen und es technisch auf den neuesten Stand bringen, haben keinen Anspruch auf eine Oldtimer-Versicherung. Sie wird nur für Autos angeboten, die sich im Originalzustand befinden oder dem Original so nahe wie möglich kommen. Die eigene Einschätzung spielt dabei keine Rolle. Die Assekuranzen verlangen gerade bei hochwertigen und teuren Fahrzeugen ein Gutachten von einem unabhängigen Sachverständigen. Der Experte muss nicht nur den Zustand, sondern auch den aktuellen Marktwert benennen. Aufgrund der teils rasanten Preisentwicklung dürfen die Wertgutachten nicht älter als ein Jahr sein und sollten regelmäßig in Auftrag gegeben werden. Nur so lässt sich der Versicherungsschutz jederzeit anpassen. Liegt der Wert unter 3.000 Euro, wird die Police für Oldtimer gegebenenfalls abgelehnt.

Die Kaskoversicherung ist meistens obligatorisch

Der Vertrag kommt darüber hinaus nur zustande, wenn neben dem Oldtimer ein weiteres alltagstaugliches Fahrzeug vorhanden ist. Würde nur mit dem Schätzchen gefahren, wäre das Risiko für die Versicherungsgesellschaft zu hoch. Gleichwohl gilt der Schutz der Kfz-Haftpflicht- und der Kaskoversicherung das ganze Jahr über. Der Beitrag richtet sich dabei nicht nach herkömmlichen Tarifgruppen, Typ- oder Regionalklassen. Im Bereich Haftpflicht steht die Leistung (kW oder PS) des Autos im Mittelpunkt. Beim Kaskoschutz, der für Oldtimer-Policen meist obligatorisch ist – Ausnahmen bestehen bei Fahrzeugen mit H-Kennzeichen –, kommt es auf den Wert des Old- oder Youngtimers an. Ob eine Voll- oder nur eine Teilkaskoversicherung abgeschlossen wird, obliegt dem Kunden. Da die Bedingungen und Prämien recht unterschiedlich sind, lohnt sich ein Tarifvergleich auch für Oldtimer.